„Sprechende“ Tiere
5. August 2007 in Ohne Worte, Armseligkeit der Woche und synthetischer Firlefanz 0 KommentareErinnert sich noch jemand an die Neunziger bzw. an Kapitulation Bonn?
„Blut“ und „Feuer“ waren Hammeralben vor dem Herr. „Helden“ heisst bekanntermaßen das aktuelle Werk und was soll ich sagen? Es passt einfach nicht. Kurz und knapp – mehr kann man dazu nicht sagen. Tja, Helden sterben manchmal, wie z.B. der Sänger von Nasum, der beim Mega-Tsunami umkam, aber hin und wieder kommt es vor, dass sie sich selbst demontieren. Na gut, weder Kapitulation Bonn noch Nasum waren wirklich Helden für mich, aber immerhin gute Musiker mit einer verdammt korrekten Einstellung.
Was ich damit eigentlich sagen will: Dass die Helden der Jugend langsam verblassen, ist ein Umstand, der mir nicht gefällt, der sich aber wohl auch nicht vermeiden lässt.
Die Rede ist von Bad Religion. Ich habe damals die Schule geschwänzt um mir die „Stranger than fiction“ zu kaufen, dann später sogar mal eine Prüfung verlegen lassen und einen Professor versetzt um mir die „The gray race“ früh morgens direkt zu holen und direkt zu hören. Ich habe neulich sogar meinen Arbeitgeber gebeten, etwas später erscheinen zu können um mir die neue Platte direkt holen zu können – schliesslich hat mich keine Band so sehr geprägt wie eben diese Herrschaften.
Tja, und was soll ich sagen? Ich hätte besser zur Arbeit gehen sollen, reine Zeitverschwendung.
Auf den Punkt gebracht heisst das: Die neue Bad Religion ist total arm, das schlechteste Album neben „Empire strikes first“. Keine grossartig neuen Ideen, ausgelutschte Melodiebögen und die immer gleichen Themen. Natürlich, irgendwann gehen jedem die Ideen aus, dann sollte man aber besser aufhören, anstatt sich selbst zu belügen.
„The new america“ war das letzte gute Album, „Process of believe“ hatte immerhin noch drei gute Stücke und auf „Empire strikes first“ gab es immerhin noch 1 (in Worten: Einen) Knaller. Die neue Platte läuft einfach so durch, lediglich „Scrutiny“ ist sehr geil geworden. Naja, irgendwann endet halt alles. Ihr hättet euch auflösen sollen, dann wären uns solche Peinlichkeiten erspart geblieben. Sowas kann einem wirklich den Tag versauen.
Immerhin hat der Herr Graffin seine Schlagfertigkeit behalten, siehe Interview in der Jungle World. Das macht Spass. Vermutlich hat der gute Greg sich vorher informiert, wem er da ein Interview gibt. Und natürlich lässt er sich gar nicht auf das Niveu der Jungle World herabziehen. Dafür immerhin Daumen hoch. Und das, was man da aus seinem Soloalbum hören kann, spricht auch Bände und übertrifft sogar das vorige Soloalbum. Ein schwacher Trost, aber immerhin ein kleiner Lichtblick. Vielleicht wird es ja nochmal was und ich kann irgendwann in der Zukunft meinen Zivi früh morgens losschicken um das aktuelle Album zu holen. Wünschenswert wäre es.
Obwohl es in der Rubrik „ohne Worte“ steht, gibts heute trotzdem mal einen Kommentar dazu. Das Lied ist einfach nur genial. Punkt.
Ich riss mir ein Nasenhaar aus und sah es mir an. Es war grau.
Paris Hilton sitzt jetzt also im Knast. Die einen werden jetzt gehässig grinsen, andere vielleicht rumnölen, wieder anderen wird es egal sein – so wie mir. Viel interessanter war da der Herr Hartz. Was gab es da für Spekulationen im Vorfeld und – was viel lustiger war – Geschrei im Nachhinein.
Sie standen dort vor dem Gerichtsgebäude und brüllten „Arbeiterverräter“. Der Freidenker meint nicht recht zu hören. Arbeiterverräter? Also mal ehrlich: Man mag z.B. Napoleon vorwerfen, dass er die Ideale der französischen Revolution verraten hat, aber hat Hartz die Arbeiterschaft verraten? Damit man etwas verraten kann, muss man doch erstmal daran geglaubt haben – oder etwa nicht?
Wie dem auch sei. Tatsächlich wurde kurz nach dem Urteil eine Nummer eingerichtet um den Leuten – jetzt hätte ich beinahe einzutrichtern geschrieben – zu erklären, dass es in Deutschland kein zwei Klassen Justizsystem gibt. Das Unrecht entsteht gerade – das mag jetzt paradox klingen, aber nach kurzer Überlegung wird mir wohl jeder recht geben – durch die Gleichbehandlung, nehmen wir als Beispiel die Verurteilung zu 90 Tagessätzen von Arbeiter X und Millionär Y. X wird nun arge Problem bekommen – kann ich das überhaupt bezahlen? Und wenn nicht, was macht meine Familie, wenn ich jetzt in den Knast einwander? Was wird aus mir, wie erkläre ich das meinem Chef? Und dann fangen die Probleme erst richtig an; Y lächelt einmal: „Smithers, geben Sie mir meine Brieftasche.“ Und das Problem ist aus der Welt geschafft, während irgendwo ein Vogel untertaucht und mit einem glitzernden Fisch wieder auftaucht… ach nee, das war Bukowski. Natürlich ist es ärgerlich zwei Millionen zu verlieren. Ein Mehrfachmillionär muss dann aber trotzdem nicht um seine Existenz fürchten. Und mal ehrlich: Eine Vorstrafe bei Managern… wo ist denn da das Problem?
Neulich kam der Freidenker während eines Gesprächs auf das Thema „Wort des Jahres“. Für mich steht fest: Es ist „mild“, besonders in Kombination mit der monotonen Stimme des Radio- oder Fernsehmoderators „Es bleibt auch in der kommenden Woche sehr mild.“ Also von mir aus kann das ruhig so weiter gehen. Winter faktisch nicht-existent, Sommer im Frühling. Feine Sache.
Es könnte so schön sein…
Nur eine Sache stört mich wirklich: Sobald das Thermometer über 20° steigt, verliert fast jeder den Verstand. Sofort müssen die Quanten blank liegen.
Warum zur Hölle ist es allgemein akzeptiert, dass Sandalen mit Socken als unästhetisch gelten? Ich finde die Kombination „Sandalen ohne Socken“ mindestens zehntaused mal ekliger. Genau so unverständlich ist mir der Spruch, den man so oft in Kontaktanzeigen liest „Ich kann auch mal in bequemen Jeans und T-Shirt auf der Couch sitzen“. Wer denkt sich sowas aus? T-Shirt ist in Ordnung, aber Jeans bequem? Eine Stoff- bzw. Anzugshose ist deutlich bequemer, besonders bei heissem Wetter. Aber egal, zurück zum Thema. Ganz schlimm sind auch die sogenannten Adventure Sandalen, meist von Lehrerfamilien beim Ausflug getragen oder aber der absolute Super-Gau: diese Bademeister-Badelatschen, genannt Flip-Flops, am besten noch in babyblau oder babyrosa – sowas durfte der arme Freidenker gestern ertragen. Eigentlich wollte ich nur kurz ein paar Portionen Eis beim Italiener kaufen, doch plötzlich verspürte ich keinerlei Appetit mehr. Jetzt muss der gute Mann eben auf meine 5 Euro verzichten.
Macht es bitte alle so wie der Freidenker und tragt dezente Stahlkappe, nur nicht unbedingt kombiniert mit einem Sakko.
Danke an Frau Omageldbörse für das Stöckchen.
1. Der Freidenker hatte 5 Jahre Französisch, hat mit einer 3 + abgeschlossen und kann heute gar nichts mehr davon.
2. Der Freidenker trinkt weder Tee, noch Cola oder Apfelsaft, sondern nur den Pfirsicheistee von Aldi und das in riesigen Mengen. Gäbe es dieses Getränk nicht mehr, würde der Freidenker verdursten.
3. Der Freidenker kann ohne Toilettenpapier nicht pinkeln, denn nach dem Strullern wird der letzte Tropfen abgetupft und niemals abgeschüttelt.
4. Der Freidenker schämt sich zugeben zu müssen, dass er mit Herrn Kulla etwas gemeinsam hat: Er kann nicht Fahrrad fahren. (Um es klarzustellen: er schämt sich etwas mit Herrn Kulla gemeinsam zu haben, nicht ob der Unfähigkeit Fahrrad zu fahren.)
5. Der Freidenker vertritt die Ansicht, dass öliges Zeugs (Fisch, Shrimps etc.) grundsätzlich im Meer verbleiben sollte. Die fischhaltige Küche des Mittelmeerraumes ist die elfte Plage Gottes.
6. Der Freidenker verfügt über die magische Gabe rothaarige Frauen zu erkennen, unabhängig davon welche Farbe ihre Haare zu besagtem Zeitpunkt haben..
Hätt ich es doch beinahe vergessen:
Wünsche allen meinen Lesern eine gutes neues Jahr. Vielleicht gibt es ja dieses Jahr die Revolution… naja, träumen wird ja noch erlaubt sein.
Verspätet, weil ich länger kein Netzzugang hatte. Ich widme diesem Beitrag Angelika R.
Knorkator – Weihnachtsschimpfe
Ich lass mich nicht verarschen von euch verlog´nem Pack.
Ihr seht das Ende kommen mit jedem neuen Tag.
Bekämpft oder erduldet das allgemeine Leid.
Doch wagt ihr nicht zu sehen, daß ihr es selber seid.
Ihr glaubt an schöne Worte, ihr glaubt an einen Gott.
Und huldigt ihm zum Feste mit ente und Kompott.
Das ganze Jahr ein Arschloch und dann für einen Tag,
beginnt ihr euch zu lieben, daß ich es nicht ertrag.
Ihr glaubt euch zu besinnen, wenn euer Lichtlein brennt.
Doch wer denkt schon an jene, die er nicht selber kennt?
Und wenn ich´s doch versuche, verspür ich Neid und Hohn.
Werf ich doch meinen Nächsten von seinem eig´nen Thron.
Ihr glaubt man muß nur lieben und schon ist alles gut.
Doch wer zeigt euch die Grenze zu Eifersucht und Wut?
Ihr wollt doch nur besitzen, und auch das größte Schwein,
sehnt sich nach einem Liebsten, und ist nicht gern allein.
Ihr schimpft auf all die Kinder, die nie zufrieden sind.
Ihr flucht auf all den Reichtum, den man durch euch verdient.
Ihr sagt, ihr wäret glücklich mit einem leeren Sack.
Ich lass mich nicht verarschen von euch verlog´nem Pack
Youtube = Pädagogik oder Wie man aufreisst
26. September 2006 in Kurioses und Onkel Freidenker erklärt die Welt 0 Kommentare„Ich fick alles Mann!“
„We really did like you, but now you‘re going to far.“
Ihr habt es verbockt, echt ärgerlich, schlimmer ist nur ein verlorener Lottoschein nach gewonnenem Jackpot. Kinders, der Onkel Freidenker ist heute mal ganz ernst. Wenn ihr also zwei Damen abgeschleppt habt oder klar gemacht habt (wie man heute angeblich sagt), dann achtet bitte auf folgende feine, aber äußerst wichtige Details.
- seht zu, dass ihr wenigstens hin und wieder im Unterricht anwesend seid, denn Nichtmuttersprachler ständig mit „Hör zu!“ anzuherrschen ist nicht so toll.
- der im Alkoholkoma liegende Kollege im Vordergrund muss weg.
- nicht zu direkt sein, laaangsam, gut Ding will Weile haben.
- Menschen mögen es i.d.R nicht zu Objekten reduziert zu werden.
- Bringt den Mitmenschen ein wenig Achtung entgegen.
- Ein altes Sprichwort sagt: „Wer im Glashaus sitzt, sollte im Keller scheissen“. Stellt eure peinlichen Videos also nicht unbedingt der ganzen Welt zur Verfügung.
Viel Glück für’s nächste Mal.




